Götz Aly: Wie konnte das geschehen?

Shownotes

Am 9. September 2026 stellte der Berliner Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly sein Buch „Wie konnte das geschehen? – Deutschland 1933 bis 1945“ vor, in dem er die Herrschaftstechnik des Nationalsozialismus beschreibt. Er arbeitet darin heraus, wie Hitler, indem er vorgab, eine Volksgemeinschaft zu formen, eine Verbrechensgemeinschaft schuf.
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Transkript anzeigen

00:00:06: Ja, dann darf ich Sie ganz herzlich heute Abend hier begrüßen zu unserer Buchvorstellung mit Götz Ali unter dem Thema, wie konnte das geschehen?

00:00:41: Deutschland, neunzehundertdreiunddreißig bis neunzenhundertfünfundvierzig.

00:00:47: Unser heutiger Gast Dr.

00:00:49: Götzt Alie hat sich in zahlreichen Büchern immer wieder mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust beschäftigt.

00:00:58: In seinem jüngsten Buch, dass er selbst als Opus Magnum bezeichnet, geht da... Das stimmt nicht!

00:01:06: Dann habe ich es falsch recherchiert, er wird's nachher sicherlich korrigieren.

00:01:09: Also in seinem jüngsten Buch – das ist in jedem Falle richtig – geht der immer wieder gestellten Frage nach wie es zur Machtergreifung Weltkrieg und Judenvernichtung hat kommen können?

00:01:20: Da beschreibt Ali bewusst nicht aus der Opfer sondern aus der Herrschaftsperspektive.

00:01:26: Das heißt er schildert wie die Machthaber die Bevölkerung zu mitmachen bewegen konnten.

00:01:32: Zentrale Herrschaftstechniken waren demnach Belohnung, Aufstieg und Wohlstand für all jene die aktiv mitmachten.

00:01:43: Jede einzelne Deutsche sollte nach und nach für die nationalsozialistische Ideologie in die Pflicht genommen werden.

00:01:50: In der Folge verwischten die Grenzen von Staat- und Gesellschaft zusehens.

00:01:56: Am Ende stand hier sogenannte Volksgemeinschaft Die mit zunehmender Geschwindigkeit in den Abgrund raste.

00:02:04: Ob und inwiefern die damals angewandten Herrschaftstechniken auch heute noch aktuell sind, ist ein weiterer Aspekt über den wir mit Götz-Ali sicherlich ins Gespräch kommen werden.

00:02:17: Noch einige Sätze zum Autor selbst.

00:02:20: Dr.

00:02:20: Götze Ali wurde aus dem Jahr nineteenundhundertsehnundhundertsiebundvierzig in Heidelberg geboren.

00:02:24: Er ist Historiker und Journalist.

00:02:27: Er arbeitete unter anderem für die TATS Berliner Zeitung, aber auch als Hochschullehrer an verschiedenen Universitäten in Deutschland und Österreich.

00:02:36: Seine Bücher für die er mehrere Preise erhielt wurden in viele Sprachen übersetzt.

00:02:43: Hervorzuheben sind seine Beobachtungen zur Achtundsechzige Bewegung unter dem Titel Unser Kampf, Ninzehundertsechzig ein irritierter Blick zurück von zwei Tausend und acht sowie natürlich seine zahlreichen Publikationen zu seinem Forschungsschwerpunkten, Nationalsozialismus wie Warum die Deutschen?

00:03:02: Warum die Juden?

00:03:03: Gleichheit Neid und Rassenhass?

00:03:05: Achtzehnhundert bis neunzenhundertdreiunddreißig aus dem Jahr zweitausendelf oder Volk ohne Mitte.

00:03:12: Die deutschen Zwischenfreiheitsangst und Kollektivismus von zwei tausendfünfzehn.

00:03:17: Die genannten Titel und einige weitere können Sie am Eingang erwerben.

00:03:21: Sie haben es vielleicht schon gesehen aber bitte erst nach dem Vortrag.

00:03:26: Ich freue mich sehr, dass Sie heute bei uns sind und heiße sie noch einmal ganz herzlich willkommen.

00:03:39: Schönen guten Abend!

00:03:40: Ich war hier noch nie und bedanke mich für die Einladung.

00:03:44: ich bin ja auch einfach gefolgt weil mich interessiert hat wer hier ist und was das ist.

00:03:51: Man versucht ja seinen Radius Bildungshorizont zu erweitern im Leben.

00:03:55: Selbst ich noch, also mein Werk habe ich nicht Opus Magnum sondern Spät- und Endwerk genannt.

00:04:02: Es ist ein ganz großer Unterschied weil ich mich nicht mehr so stark mit dem Führer und seinem Völkchen beschäftigen möchte wie bisher, da ich ja nur bald achtzig werde.

00:04:14: Also kurz Sie haben ja schon angedeutet wie der Verlauf des Buches ist.

00:04:18: es ist ganz einfach.

00:04:21: Es wird erst beschrieben, wir waren die Nationalsozialisten.

00:04:24: Ungefähr es war eine sehr junge Generationen, die da an die Macht kam und ich beschreibe auch sehr gerne die positiven Voraussetzungen des Nationalsocialismus.

00:04:36: Die gibt's nämlich auch obwohl man darüber selten redet.

00:04:40: Und zwar zum einen In den Jahren bis zu Jahrhundert und fünfzehn hatten wir in Deutschland einen Bevölkerungsüberschuss von elf Millionen jungen Leuten, also mehrgeborene als gestorben sind.

00:04:59: Das heißt es waren zweiundzwanzig Millionen junge Menschen in dieser Generation.

00:05:05: Also das schafft die AfD in Sachsen-Anhalt nicht ein solchen Bevölkerungszuwachs.

00:05:13: Zweiundzwanzig Millionen junge die relativ unbeschadet durch den Ersten Weltkrieg kam.

00:05:21: Gleichzeitig, woher kam das?

00:05:26: Völkungszuwachs ist nichts Schlechtes auch in meinen Augen nicht.

00:05:30: Woher kam es?

00:05:31: aufgrund von medizinischem Fortschritt?

00:05:33: Robert Koch, Rudolf Wircho, Ignat Semmelweis also sterile Geburt soziale Hygiene Abwasser Trinkwasser Bekämpfung von TÜVUS und Kollara und Bakteologie impfen, Bekämpfung erkennen von Infektionswegen vor allem etwa der Tuberkulose.

00:05:56: Eine positive Voraussetzung!

00:05:58: Wenn Sie die NSDAP angucken das war eine junge Partei des Durchschnittsalter der Gauleiter können sich angucken, der Mitglieder Die Abgeordneten der NSDap waren im Schnitt, der anderen Parteien im Reichstag abgesehen von den Kommunisten, also das was man heute die Altparteien nennen würde oder bestimmte Kreise.

00:06:27: Die Altpartei nennen würden.

00:06:29: So!

00:06:34: Das zweite ist die allgemeine soziale Aufwärtsmobilisierung.

00:06:39: Das beginnt im Kaiserreich.

00:06:41: Kaiser Wilhelm – das wird manche von Ihnen interessieren – war ein großer Bildungsreformer.

00:06:47: Er hat von seiner britischen Oma erzogen worden, Viktoria.

00:06:52: Und kaum war er an der Macht, also in den Achtzehnhundert und Achtenachtzig hatte eine vierzentige Bildungskonferenz einberufen das Latein-Privileg abgeschafft für die höheren Schulen und gesagt wir brauchen Naturwissenschaften Wir brauchen neue Sprachen!

00:07:11: Wir müssen in einer Zukunft mitarbeiten.

00:07:13: Kaiser Wilhelm Gesellschaft Der ganze Campus da in Dahlem mit Reichsgesundheitsamt, Wasserbodenlufthygiene Reisanstalt für Materialprüfung usw.

00:07:27: Das sind alles Dinge die nicht Kaiser Wilhelm aber König Wilhelm II von Preußen damals geschaffen hat.

00:07:36: Und dann jede Kreisstadt und die Kreise waren sehr klein, ein Gymnasium.

00:07:41: Es ging los!

00:07:42: Das sind der Weimarer Republik noch sehr fortgesetzt worden.

00:07:45: also die Zahl der Abiturienten und die Zwischenstufen des sozialen Aufstiegs und das können Sie alles an Ihren eigenen Familien nachgucken.

00:07:54: Genau da werden sie das sehen.

00:07:58: dass diejenigen, die in der NSDAP waren zwischen überwiegend zwischen nineteenhundert und zwischen neunzehnhundertfünfzehn geboren worden sind.

00:08:05: Sie können das an den Funktionären sehen und sie können den sozialen Aufstieg in ihren Familien sehen.

00:08:11: also ich habe einen familienteil der Alische-Familienteile war immer schon im Hörenburgertum unter anderem.

00:08:18: aber das ist auch Nationalsozialismus.

00:08:21: Das waren einfache Leute meine Oma Die andere Oma das waren zwölf Kinder Aber die wollte was werden.

00:08:27: Die wollte eigentlich Volksschullehrerin werden, das durfte sie nicht, Mädchen und so weiter bleibt mal da wo du herkommst.

00:08:35: ja aber sie wurde dann Stenotypistin Und ging in die Großstadt erst einmal bevor sie ihren Friedrich kennengelernt hat fünf Jahre selber Geld verdient und alles mögliche gemacht Was Frauen vorher nicht gemacht hatten.

00:08:49: und als die beiden ihr erstes Kind kriechten wir hatten drei Töchter zum Leidwesen meines Großvaters wurde ein Klavier angeschafft.

00:09:01: Da hatten viele andere Sorgen und alle diese drei Mädchen haben Abitur gemacht, wurden Lehrerinnen.

00:09:12: Dass mein Vater als Profisorensohn dann, die Frau geheiratet hat, das ist natürlich auch ein Ergebnis des Nationalsozialismus.

00:09:23: Juden durfte man nicht heiraten aber er war auch Reserveoffizier.

00:09:29: Die Tochter eines Reisevertreters von Katrinas Malzcafé durfte man heiraten, sofern sie nicht jüdisch war.

00:09:37: Das wurde gefördert.

00:09:40: Also Sie haben da einerseits die vertikale soziale Mobilisierung nach oben in dieser Familie und gleichzeitig die Horizontale also dass zwischen verschiedenen Schichten geheiratet wird, wobei der Aufstieg ja von allen Stufen der sozialen Pyramide gleichzeitig geht.

00:10:00: Also das Bauernmädchen geht in die Stadt und will irgendwie Telefonistin oder was werden jedenfalls aus der ländlichen Enger raus?

00:10:08: Der Sohn eines Arbeiters, der will es zumindest zum Kraftfahrzeugmechaniker bringen, also was war neu war... machte Fotografenlehre, all das was spannend und neu war.

00:10:21: Also dass wir es ja eigentlich schön finden an den zwanziger Jahren im Rückblick so... Das gehört zu der Voraussetzung des Nationalsozialismus.

00:10:30: also gute Bildung!

00:10:32: Und die Weimar Republik hat die Zahl der Abiturienten da kann man's messen aber natürlich auch diejenigen mit mittlerer Reife und diejenigen die auf Technikerschulen ging dann schon verdreifacht.

00:10:44: Zwanzigprozent junge Frauen an den Universitäten von null auf zwanzig Prozent, das war viel.

00:10:50: Und die wollten voran und für diese Generation von Zweizwanzig Millionen hat die Weltwirtschaftskrise sozusagen alle Aufstiegschancen blockiert.

00:11:02: Und Hitler ist gewählt worden von jungen Leuten.

00:11:07: ganz klar.

00:11:09: nicht nur dass Also wir reden ja hier über das Konservative und nicht so konservative auch.

00:11:14: Nebenbei, dass auch der nationalpädagogische Zweck unserer heutigen Veranstaltung... Das klingt doch hier gut!

00:11:23: Und es kommt hinzu die Protestanten.

00:11:33: Die Protestanten haben diesen Fortschritts-Fimmel.

00:11:38: Ich saß mal neben Bischof Huber Auf einem Podium.

00:11:43: Und da ging es darum, ja warum?

00:11:46: Also wir hatten damals die Bevölkerung war noch mehr religiös segregiert und alle waren eigentlich in der Kirche noch fast alle.

00:11:56: Und da hatten wir noch rein katholische Wahlkreise, en gros und rein protestantische.

00:12:00: Zwei Drittel der deutschen Bevölkerung waren protestantisch – ein Drittel katholisch.

00:12:04: klare Sache!

00:12:05: In den katholicen Wahlkreisen, im Jahr neunzehnhundertzeintreißig hatten wir zwei Reichstagswahlen, ist Hitler nie über siebzehn Prozent gekommen in den protestantischen regelmäßig über zweieinvierzig.

00:12:18: Also zugespitzt gesagt ohne junge Leute, ohne Protestanten, ohne Geburtenüberschuss.

00:12:24: Hitler hat es nicht gegeben.

00:12:26: So, warum das so ist?

00:12:30: Das müssen Sie lesen!

00:12:31: Ich kann Ihnen heute Abend nicht alles erzählen.

00:12:34: Aber die Leute sagen Es liest sich gut.

00:12:36: Es ist schon achtzigtausendmal verkauft.

00:12:39: Also sie können's auch als Hörbuch haben Als E-Book und sie können es auch in acht verschiedenen Fremdsprachen bald haben.

00:12:47: also Gucken Sie wie sie da weiterkommen.

00:12:53: Ja Die Weltwirtschaftskrise, ich werde dauernd gefragt – also auch heute wieder von einer österreichischen Journalistin.

00:13:02: Ja was sagen Sie zu Sachsen?

00:13:03: Anhalt?

00:13:04: ist das wie neunzehntundertreißig!

00:13:12: Dann sage ich naja... Also nicht alles daran ist schön, das finde ich sehr ernsthaft aber mit neunzenthundertdreißiger hat das Ganze nichts zu tun.

00:13:22: Damals lebten achtzig Prozent wirklich an der Kante der Existenz.

00:13:27: Auch das können sie in ihren Familien sehen und natürlich in viel ... Die hatten nichts, ich meine wir hatten... Ich gehe auch manchmal in Schulen ja da stelle ich so Grundlagen fragen und wenn die Schüler sie nicht beantworten konnten dürfen es auch die Lehrer machen, die wissen's auch nicht.

00:13:46: also Wir hatten bekanntlich sechs Millionen Arbeitslose Aber wie viele Erwerbstätige hatten wir in der Weimarer Republik bei Vollbeschäftigung?

00:13:57: Einundzwanzig Millionen.

00:13:59: Bei Vollbescheftigung, neunzwanziger Millionen.

00:14:02: Heute haben wir doppelt so viele.

00:14:04: Wir müssten also zwölf Millionen Erwerbstätige haben.

00:14:07: Dann hatten wir noch vier Millionen Kurzarbeiter damals.

00:14:11: Wir mussten also acht Millionen Kurzarbeiter haben Und kein soziales Netz.

00:14:15: Es gab keine Lohnersatzleistungen für Kurzarbeit oder Arbeitslosung, oder ein Herr Heil, der sagt das verlängern wir jetzt mal vor zwei Jahre auf um achtzig Prozent.

00:14:25: Das ist ja kein Problem.

00:14:27: Es war völlig anders.

00:14:28: die Leute erlitten pure Existenznot.

00:14:32: und Hitler das eigentlich.

00:14:34: man lernt in der Schule viel also über Mordewilde KZ usw.

00:14:40: Gewalt auch Willkür.

00:14:42: Das stimmt!

00:14:46: Aber es steht zu sehr im Vordergrund, weil er hat eigentlich mit normalen Mitteln reagiert die wir alle kennen.

00:14:56: Also dann frage ich die Schüler so na was hatte denn damals ein Rentner verdient gekriegt im Monat?

00:15:03: Na was sagen Sie?

00:15:06: Fünfundzwanzig bis dreißig Mark?

00:15:08: Ja?

00:15:09: So!

00:15:11: Die Krankengebühr war der Staat Pleite und die Kassen auch war fünftig Pfennig pro Arztbesuch und fünfzig Pfennigs fürs Rezept.

00:15:21: Der Führer hat es in den ersten drei Wochen, ja der kam sehr schnell ins Machen würde Linnemann sagen... ...der Führert in den ersten drei Wochen diese kranken Gebühr die nannte man Krankensteuer im Volksmund halbiert auf twenty-fünf Pfennige und für Witwen, Weisen und Kriegsversehrte abgeschafft.

00:15:47: Dann sind viele aus den Wohnungen geflogen, weil sie im Mieten nicht bezahlen konnten.

00:15:52: Wurde gepfändet Die Gerichtsvollzieher sind für das gesamte Jahr neunzehnhundertdreißig angewiesen worden Rechtskräftige Exmitierungs- und Fendungsbescheide nicht durchzusetzen Und die Gerichte haben auch keine neuen angenommen Zack!

00:16:09: Und die Anwälter haben sich beschwert.

00:16:10: jetzt haben wir nichts mehr zu tun.

00:16:12: Jetzt müssen aber die Juden schnell raus damit da die Konkurrenz geringer ist So, also das könnte man noch endlos fortsetzen.

00:16:21: Das lesen Sie hier ja dann nehme ich Dann hat der Führer natürlich auch der war nicht dumm in so weit Davon ist selten die Rede Die Wohlhabenden belastet.

00:16:36: Also das ist wahrscheinlich auch hier nicht so bekannt aber je nachdem, bis zu fünfzig Prozent ihrer Dividenden für zehn Jahre in Reichsanlein anzulegen.

00:16:57: Also sie konnten über das Geld nicht verfügen und kaum war das geschehen.

00:17:03: Sind die Zinsen um zwei Prozent gesenkt worden?

00:17:07: Das Interessante ist – da müssen wir jetzt gar nicht mit den Aktienbesitzern weihen – zehn Jahre, da sind Sie dann, aus dem Jahr nineteenhundertvierzig, das ist auch nochmal verlängert worden, für den Entsieg dann….

00:17:18: also das Geld war weg!

00:17:20: Das Interessante ist, wie das öffentlich propagiert worden ist.

00:17:24: Ja, das liberale System hätte niemals die Wohlhabenden in dieser Weise mit in die Verantwortung genommen damit sie den Wiederaufstieg des deutschen Volkes und die wichtigen Aufgaben- und Sozialleistung?

00:17:38: was waren die wichtigsten Sozialleistungen des Dritten Reiches?

00:17:41: kann man ganz schnell zusammenfassen.

00:17:46: der erste von den Arbeitgebern zu bezahlende freie Tag in der deutschen Sozialgeschichte, weiß es einer?

00:17:57: Das ist nicht bitte.

00:17:59: Ja welcher erste Mai?

00:18:02: Nein das war ein freier Tag!

00:18:03: Der wurde eben nicht bezahlt.

00:18:05: Vierunddreißig.

00:18:06: Die haben das auch schön portioniert ihre... also man kann da wirklich auch was lernen.

00:18:11: Also man kann mein Buch auch zu schlechten Zwecken lesen.

00:18:14: vielleicht gibt's hier einige die das interessiert.

00:18:18: und So, vierunddreißig.

00:18:24: Gesetzlicher Urlaub bis zu vierzehn Tage das war neu.

00:18:27: also es hatten in der Weimarer Republik gab's auch schon in Tarifverträgen oder die Arbeitgeber haben das freiwillig gemacht aber bezahlt wurde da selten.

00:18:37: Bezahlter Urlaub das war völlig neu.

00:18:41: ja.

00:18:42: dann die große Steuerreform von nineteenhundertvierunddreißig.

00:18:45: die haben wir bis heute.

00:18:46: ihr damals gut funktioniert heute nicht mehr.

00:18:50: Also diese Steuerklassen, Eins bis Fünf.

00:18:52: Das ist Fritz Reinhardt und der konservative Schwerin von Kroosig, der ja von nineteenhundertzehnunddreißig bis neunzehntundviertzig Reichsfinanzminister war.

00:19:04: Keinen NSDAP-Mann aber einer, der zum Beispiel die Enteignung der Juden komplett durchgeführt hat.

00:19:11: Ja?

00:19:12: Zack!

00:19:13: So also ... Die Reichs-Finanz-Reform das waren Nullsummspiel.

00:19:18: Die begünstigte die damalige Normalfamilie, sagen wir mit drei-vier Kindern und benachteiligte den Alleinverdiener.

00:19:27: Und diejenigen, die keine Kinder hatten – ganz einfach!

00:19:33: Das war die Mehrheit, die davon profitierte.

00:19:36: heute funktioniert dieses Modell so nicht mehr.

00:19:39: Wir haben es aber immer noch im Wesentlichen So.

00:19:45: dann die Krankenversicherung für Rentner Das weiß überhaupt keiner, das kommt auch in unserer umfangreichen sozial-geschichtlichen Literatur nicht vor.

00:19:59: Ich musste als Quelle sozusagen – es steht ja im Reichsgesetzblatt aber – eine zusätzliche Quelle ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zitieren.

00:20:09: Die stammt vom Sommer nineteenhunderteinundvierzig bis dahin.

00:20:13: vielen Rentner also wenn man aus dem Arbeitsleben ausschied den Familien beziehungsweise der Sozialhilfe, den Almoseninstitutionen zur Last.

00:20:24: Sie waren nicht mehr krankenversichert, sie war nur im Arbeitsleben kranken

00:20:28: versichert.".

00:20:29: Das lernt keiner genauso.

00:20:31: das ist aber eine Folge des Bombenkriegs die Unfallversicherung auch auf dem Arbeitsweg.

00:20:36: Zweiundvierzig bis dahin waren nur Hochofenarbeiter Bergleute Dachdecker und so weiter also unfallversicherte staatlich Und alle anderen Nicht.

00:20:50: Also kein Angestellter keinen Beamte und schon gar nicht der Arbeitsweg.

00:20:54: Das haben wir von da und noch so eine Menge mehr angesetzt.

00:20:59: Es sind hunderte Gesetze, die im Prinzip weiterhin in Kraft sind.

00:21:04: Da ist dann der Judenparagraf rausgenommen aber auch die Verbesserung des Mieterschutzes, Kündigungsschutzes

00:21:11: usw.,

00:21:11: das haben wir sehr viel aus dem Jahr.

00:21:18: So geht es... Bis Vollbeschäftigung erreicht, es ist und eine Sache hat der Hitler sehr gut gemacht also so fürs Volk.

00:21:29: Und die würde heute auch funktionieren.

00:21:33: Er hat nämlich den Reichshaushalt unter Geheimhaltung gestellt.

00:21:40: Also sowas wie da gerade im Bundestag gab's.

00:21:42: Die ganze Zeit nicht.

00:21:43: Es gab das Wort Haushaltslöcher Staatsschulden.

00:21:47: Gab es das ganze Dritte Reich übernicht obwohl dieser Staat vollständig auf Schulden basiert war.

00:21:53: Das war das A und O des Funktionierens, aber die Leute lieben dass sie würden das heute auch wieder lieben.

00:22:00: also man kannte es eigentlich ja so und seit hier wird über Haushaltsfragen Staatsschulden nicht mehr geredet.

00:22:14: Die leute merken natürlich dass da irgendwas faul ist.

00:22:20: ab besteht der Haushalt zu mehr als fünfzig Prozent bald aus Kreditaufnahmen.

00:22:27: Und die Wiederaufrüstung, das geht sehr schnell.

00:22:30: Dann wird der Zweite Weltkrieg vorbereitet.

00:22:32: Das ist das wirklich feste Ziel, dass Hitler hat also sozusagen Revanche für den Ersten Weltkrig und das wird dann gemacht.

00:22:42: und im Zuge dieser Schuldenpolitik findet Die Enteignung der Judenstadt, die noch in Deutschland leben.

00:22:52: In Österreich und im Sudetenland.

00:22:56: Da kommen sieben Komma fünf Milliarden Reichsmark rein.

00:23:01: Das macht der Reichsfinanzminister.

00:23:04: Und... ...die Größe ist nur interessant wenn man weiß wie hoch die Reichseinnahmen damals waren mit allem also... ...Achzehn Milliarden!

00:23:16: Dann ist sieben Kommas fünf Milliarden eine Menge.

00:23:19: Das reichte aber bald nicht mehr.

00:23:22: Und der Zweite Weltkrieg beginnt im Grunde aus Überlastung mit Schulden und dann beginnt auch die Politik des Verbrechens so langsam, interessanterweise ja erst von Deutschen an deutschen hauptsächlich.

00:23:39: Also bis neunzehnhundert also bis neuneinzehntenneuen dreißig sitzen halt im wesentlichen Deutsche in den KZ.

00:23:48: Das sind weniger als man denkt, so politische Heftlinge.

00:23:53: Aber es gibt die Zwangssterilisierung.

00:23:55: Das sind dreihundertfünfzigtausend Menschen aus der Mitte deutscher Familien und es wird kaum in einer einzigen deutschen Familie darüber geredet bis heute.

00:24:06: Machen sich das nicht klar?

00:24:08: Das geht dann.

00:24:09: dabei sind für wie Hälfte waren Frauen.

00:24:13: Dabei sind immer fünf Prozent der Frauen gestorben unter diesem Eintrittgriff, weil man damals noch die Bauchhöhle öffnen musste um die Eileiter zu durchtrennen.

00:24:23: Und das war das normale Operationsrisiko in der Zeit.

00:24:27: Das ist alles hingenommen worden.

00:24:29: dann beginnt mit Kriegsbeginn beginnen die euthanasiemorde.

00:24:34: Die Deutschen nehmen das hin.

00:24:37: ich habe darüber ein großes Buch geschrieben.

00:24:41: Der deutschen Familien haben sich bis heute nicht klar gemacht, dass sie einen haben der damals ermordet wurde.

00:24:48: Obwohl Sie es könnten inzwischen!

00:24:51: Warum?

00:24:53: Einmal haben Sie diese erpygänische Propaganda die immer sagt Es ist die Schuld der Familie Das sitzt in der Familie wenn da einer ein Säufer ist Epileptiker behindertes Kind, also Mongölchen hat man damals gesagt.

00:25:12: Heute sagt man Trisomie ein zwanzig das aber dasselbe und so.

00:25:17: Das ist kommt aus der Familie.

00:25:20: Das war klar.

00:25:21: Also R-Pygäne, das war auch eine Voraussetzung für den.

00:25:25: Also es gab auch Sippenakten wurden dann langsam angelegt und für Ehestandsdarlehen, Kindergeld, Beamtenstatus war das eine Voraussetzung.

00:25:34: Ja die Einführung des Kindergelds habe ich natürlich vorhin vergessen diese zum Beispiel in Frankreich gar nicht gibt sowas.

00:25:41: aber das kommt auch vom Führer.

00:25:43: das ist sehr stark dann auch im Krieg gesteigert worden.

00:25:46: so langsam ja.

00:25:47: für Jahr ist es dann ausgedehnt worden immer bezahlt mit Schulden und einer zurückgestauten Inflation.

00:25:56: Und das führt zum Krieg.

00:26:00: So, im Krieg – und das ist der zweite Teil dieses Buches – die Deutschen haben Angst vor dem Krieg.

00:26:10: Das zeige ich hier in diesem Buch.

00:26:13: Sie wollen ihn nicht.

00:26:15: Es gibt keine Kriegsbegeisterung wie nineteen Hundert vierzehn.

00:26:18: Nichts.

00:26:21: Das kann man an sehr vielen Quellen inzwischen darstellen und ich habe es mit Frankfurter Studenten untersucht.

00:26:27: Es gab das VW-Sparen, das ist sehr beworben worden also der Kraft durch Freudewagen und so weiter auch mit Schicken von Bauhausleuten gemachten Plakaten.

00:26:38: Sehr schön wie man sich aus dem Caprio legt.

00:26:42: eine schöne Frau Das hatte.

00:26:45: auch die Leute hatten durch die Überstunden und so weiter.

00:26:47: Die Löhne sind nicht so stark gestiegen, aber durch die überstunden hatte man eine ganze Menge Geld auf dem Konto übrig.

00:26:56: und seit siebenunddreißig wurde da gespart, gespart ,gespart.

00:27:01: Und das war wie ein Bausparvertrag angelegt Du zahlst die Hälfte ein Dann kriegst du das Auto und dann stottersst du dir die restliche Hälfe ab.

00:27:10: So wurde das propagiert, gedacht war es nie so?

00:27:15: Ja, so.

00:27:17: Und die Leute haben es gern gemacht.

00:27:19: und mit dem Krieg gegen Polen – dem Überfall auf Polen, den wir bekanntlich in drei Wochen um mit freundlicher Hilfe der Sowjetunion gewonnen hatten, mit diesem Krieg gegenüber Polen bricht im vierten Quartal, das VW sparen um neunzig Prozent ein.

00:27:43: Also trotz Sieg und großartigen militärischen Erfolg.

00:27:48: Und das fängt auch nie wieder an, das macht keiner!

00:27:51: Also diesen Führer irgendwie das eigene Geld zu geben... Das liegt den Leuten fern.

00:27:58: Diese ZDF-Serie, diese Blöden also wo immer alle mit Heil Hitler um die Ecke kommen wo diese Göppelswochen schauen, weil sie halt so billig und leicht greifbar sind ausgewertet werden.

00:28:12: Die geben ein falsches Bild von der Stimmung in der deutschen Bevölkerung.

00:28:16: Man kann es auch messen zum Beispiel an den Kirchen austreten und wir hatten noch andere Indikatoren über das Sparverhalten usw.

00:28:23: Auch das Deutsche Bürgertum hört während der Sudetenkrise.

00:28:37: Der Reichsfinanzminister muss die Staatsanleihen selber zurückkaufen und durch kurzfristige Reichsschatzanweisungen ersetzen, um den Kurs am Markt zu stabilisieren.

00:28:49: Das sind interessante Daten, die es da so gibt.

00:28:53: Jetzt wollen wir aber noch ein bisschen... Ja und im Krieg.

00:28:57: das geht dann bis zum Krieg gegen die Sowjetunion.

00:29:00: Da sind dann sechzigtausend als der beginnt im Juni nineteenhunderteinundvierzig Sechzigtausend Deutsche aus deutschen Familien im Rahmen der Euthanasie-Morde ermordet worden.

00:29:13: Es hat kaum Widerstand gegeben, praktisch nicht.

00:29:18: Also und die Organisatoren wundern sich, dass es den nicht gibt?

00:29:22: Man kann das hier für Berliner sind sehr schnell sechstausend Berliner ermordete worden in der Gastkammer von Brandenburg Und die Zwischenanstalt war Neuropin.

00:29:34: da haben sich die Akten komplett erhalten Von den Einzelnen, da ist auch immer der Familienverkehr.

00:29:39: und hinterher, wenn die Leute fragen.

00:29:41: Wo war er denn?

00:29:42: Und was war da los?

00:29:45: Minimal hat kein Hahn danach gekräht fast.

00:29:49: Einmal die erdhygienische Propaganda dann natürlich der Krieg selber.

00:29:54: Hitler sagt so manche Sachen können wir nur im Krieg machen.

00:29:57: das hilft Das ist klar dass kann man sich vorstellen.

00:30:02: und das andere is der Fragebogen.

00:30:06: Die wurden ja nicht anhand direkter persönlicher ärztlicher Diagnosen auf die Listen gesetzt, sondern durch uns schriftliches Umlaufverfahren und Begutachtung durch drei Ärzte.

00:30:21: Da gab es dann für jeden – das mussten die Stationsärzte und so ausfüllen in den psychiatrischen Anstalten.

00:30:28: In Berlin waren das damals vier.

00:30:31: Und da wurde gefragt wie viel kann der Mensch arbeiten?

00:30:39: Also in der Anstalt, Kartoffelschälen, Garten usw.

00:30:43: Wer ist der Kostenträger und wie lange schon in der Anschlalt?

00:30:47: Wurde nicht mal gefragt was er hat ja auch nicht nach Erbhygiene oder Erbkrankheit nichts.

00:30:54: viel interessanter ist dann die Frage nach der Religion evangelisch oder katholisch.

00:30:59: mit dem Katholiken war es galtes als schwieriger.

00:31:04: Und dann kommt die eigentlich wichtige frage Wie oft erhält der kranke und von wem Besuch?

00:31:11: Wenn Sie das wissen, wissen sie fast alles.

00:31:16: Und es weiß doch auch heute jeder wenn im ferneren Verwandtenkreis einer dauernd so ein bisschen in geistige schräglage kommt und wir haben ja Heute chemische mittel um das so dass hatte man damals nicht.

00:31:32: Ja also die Das ist ja keine richtige therapie sondern so einem ja Es Die Ursachen sind ja nicht richtig bekannt bis heute, das war damals auch schon so.

00:31:48: Wie schnell man solche Menschen im Bekannten- und Freundeskreis aus dem Auge verliert?

00:31:52: Und dann irgendwann, wenn ich mir weiß was ist mit denen eigentlich, lebt er noch, wo ist der denn, was macht er denn... Und es waren natürlich unter den engen Verhältnissen damals die man sich ja vorstellen muss.

00:32:05: Die waren ganz anders.

00:32:07: So wurden die Deutschen daran gewöhnt.

00:32:12: Kriegsverbrechen.

00:32:13: Bis dahin, also in Norwegenfeld zog Frankreich, Belgien, Luxemburg, Holland, Dänemark haben die Deutschen bis dahin nicht viel begangen.

00:32:26: Es war ein Aggressionskrieg.

00:32:29: klar und es ist auch klar anders als im Fall des Ersten Weltkrieges dass diese Deutschen alleine den Krieg vom Zaun gebrochen haben.

00:32:40: wenige Gefallene insgesamt bis zum Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion knapp sechzigtausend eigene Gefallene.

00:32:49: Also mit sehr großzügigem Militäraktion und also das Vorgaukeln von Frieden, innerer Gerechtigkeit.

00:33:03: Im Ersten Weltkrieg haben die Leute gehungert in den Armutsvierteln, also in den proletarischen Vierteln Berlins.

00:33:10: Die zehnjährigen Schüler im Wedding und in anderen Industriegebieten, also in arme Leute Gegenden waren, zwei Zentimeter kleiner als ihre Altersgenossen von nineteen Hundert vierzehn das ärztlich untersucht worden.

00:33:30: Wir haben im ersten Weltkrieg etwa in Folge der britischen Seplokade fünfhunderttausend Hungertote in Deutschland Menschen die an Mangelerlehrung gestorben sind weil Es gab keine Lebensmittelzuteilung, es gab eine Kriegsinflation.

00:33:48: Die Leute waren auf sich selber gestellt.

00:33:51: Im Zweiten Weltkrieg haben sie Lebensmittel-Zuteilungen eine Woche vor Beginn des Krieges gegen Polen – eine Woche vorher!

00:34:03: Und da kriegt der Hochofenarbeiter, der Maurer und überhaupt der körperlich arbeitende bis zum Kriegsende im Prinzip doppelt so viel Fleisch und Brot wie einer, die auf dem Amt sitzt oder Journalist, oder Historiker ist.

00:34:20: Oder so wie die meisten von ihnen hier sitzen werden wenige körperlich arbeitende dazwischen sitzen und es wird durchgehalten und dazu wird alle sechs Wochen ein schwarz schlechter- oder lebensmittelschieber hingerichtet mit einer kleinen Zeitungsnotiz der hat sie am volksganzen verzündigt usw.

00:34:40: muss seiner gerechten Strafe zugeführt werden.

00:34:43: das wird von der Bevölkerung als gerechte Maßnahme empfunden.

00:34:50: Dann gibt es noch was Schönes, auf das ich Sie auch aufmerksam machen möchte.

00:34:54: Sie reisen ja manchmal wahrscheinlich durch Deutschland.

00:34:59: Am besten ist es mit der Bahn?

00:35:02: Ist unschlagbar!

00:35:03: Ich habe versucht hier mit dem Auto herzukommen.

00:35:06: Also die U-Bahn war besser.

00:35:14: Nein wenn sie durch Deutschland fahren sehen sie überall Gleichförmige Getreidespeicher relativ schmal mit dem Satteldach obendrauf an den Kanälen, an den Bahnkreuzungen und so weiter Knutenpunkten.

00:35:27: Das ist die Reichsgetreide Reserve.

00:35:31: Die ist zusammen mit der Aufrüstung angelegt worden aufgrund der Hungererfahrung des Ersten Weltkriegs.

00:35:37: Da waren bei Kriegsbeginn fünf Komma fünf Millionen Tonnen Getreide drin.

00:35:41: Diese Silos haben wir bis heute werden dann von dabei war oder sonst wie verwaltet?

00:35:46: ja Und Die Reichsgetreide-Reserve sank im Sommer nineteenhundertzwundvierzig auf sechshunderttausend Tonnen.

00:35:57: Da können sich vorstellen, was das für die besetzten Länder bedeutet hat.

00:36:01: in diesem Krieg hungern die anderen aber wir nicht.

00:36:04: Gnadenlose Ausbeutung überall!

00:36:09: Bei Kriegsende hatte die Reichsgedreidesreserve eins Komma sieben Millionen Tonnen am achten Mai nineteenhundhundvierzig weswegen der Hunger in der deutschen Bevölkerung auch erst verspätet einsetzt.

00:36:25: Also das sind alles so.

00:36:26: Maßnahmen, mit denen die Situation, die immer als labil stabilisiert wird – Sie haben vorhin von Nazi-Ideologie gesprochen fälschlicherweise bei der Einleitung – dieses Wort Ideologie kommt hier keinmal vor.

00:36:42: Es geht um konkretes Handeln.

00:36:45: wie haben sie das gemacht?

00:36:46: Welche Herrschaftsmittel haben sie eingesetzt um ihr prinzipiell immer wackeliges System zu stabilisieren.

00:36:56: Die schönste Stabilisierungsmaßnahme ist, wie hält man die Heimatfront stabil?

00:37:07: Indem man die Frauen bei guter Laune erhält.

00:37:11: Ganz einfach!

00:37:13: Also Ersten Weltkrieg

00:37:14: usw.,

00:37:17: die Männer waren an der Front und die Frauen konnten irgendwie beim städtischen Sozialamt gucken, ob sie irgendwie ein bisschen Geld kriegen.

00:37:28: In Zweiten Weltkrieg war es von Anfang an geregelt das war eine komplette Lohnersatzleistung von neunzig Prozent des letzten Netto-Lohnes des Mannes.

00:37:42: so und irgendwelche Kredite Klavierunterricht Fußballverein wurde konnte zusätzlich beantragt werden.

00:37:51: wenn Sie sich jetzt mal in die damalige Zeit versetzen und in ihre eigenen Familien rücken, dann kriechten die meisten Männer damals ihre Lohntüte am Samstag spät Nachmittag.

00:38:04: Haben die neunzig Prozent ihres Lohnes ihren Frauen abgegeben für die kommende Woche?

00:38:12: Ja ich weiß ja nicht wie es in ihren Familien gewesen sein könnte.

00:38:17: so das heißt immer wenn man die deutsche Sozialgeschichte betrachtet hatten sie zum ersten Mal Geld über das sie alleine verfügen konnten, während der Mann in Vollpension bei der Wehrmacht war.

00:38:33: Und wir hatten – das ist wahr wichtig meine!

00:38:35: Wir hatten achtzehn Millionen deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

00:38:39: Davon sind wir noch ein bisschen entfernt gerade und also eigentlich alle die laufen konnten.

00:38:49: Aber jetzt möchte ich doch noch da wir hier so in konservativen Kreisen verkehren Sprechen wir mal, mache ich einfach noch eine kleine Lesung.

00:39:10: Also es gibt diese Vermutungen oder das wird zum Beispiel getan als sei der Antisemitismus priviläge der Nationalsozialisten gewesen und der nationalsozialistischen Partei, das ist natürlich völlig falsch wie wir auch aus der Gegenwart wissen.

00:39:28: Ist der Antisemitismus irgendwie ubiquitär verbreitet?

00:39:32: Den gibt es einfach!

00:39:33: Und in Deutschland war der auch sehr stark, allerdings jetzt nicht so programmistisch stark sondern unter der Decke.

00:39:40: Weil die Juden hatten die Nase vorn und sie waren viel schneller sozial aufgestiegen.

00:39:44: Sie kamen mit Krisen besser zurecht.

00:39:47: Sie hatten in den Schulen bessere Zeugnisse

00:39:49: usw.,

00:39:50: also ich nehme mal eine Zahl.

00:39:54: Ich nehme mal ne Zahl.

00:39:55: Die Preußische Statistik immer nach Religion.

00:39:58: Also fünf Prozent der christlichen Schüler haben einen Hören-Schulabschluss als Volksschule, ja und fifty-six Prozent der jüdischen Schüler.

00:40:11: So da die nicht in öffentlichen Dienst durften und auch nicht zum Militär wo man sowieso nicht steinreich wird mussten sie Unternehmer werden frei arbeiten und so weiter.

00:40:20: das war sehr erfolgreich.

00:40:22: an den Universitäten hatten wir beim knappen prozent Juden zehn prozent jüdische Studierende die ein Jahr früher Examen gemacht haben und deutlich besser als die christlichen Studenten.

00:40:35: Kann man alles gucken, so dieser Abstand verengte sich in der Weimarer Zeit.

00:40:44: da war es dann nur noch waren die Juden mit vier Prozent repräsentiert an den Unis.

00:40:50: durch die sozialen Bildungsaktivitäten guter kaiserlicher Politik und dann sozialdemokratischer Aufwärtsmobilisierungspolitik in der Weimarer Zeit.

00:41:00: Nun wissen Sie aber, dass Neid- und Aggressionen ja in der Sozialnähe entstehen und nicht in der Ferne.

00:41:06: Ja also sie beneiden ja nicht mehr zum sein Privatflugzeug sondern den Nachbarn das irgendwie so ein bisschen geschickter macht.

00:41:16: und wenn er ein bisschen eins auf dem Deckel kriegt oder Rückwärts gegen die Straßenlaterne fährt dann.

00:41:28: So, also diese komische deutsche Art steckt sehr stark im Antisemitismus, weswegen dieses Buch auch heißt Gleichheit, Neid und Rassenhass.

00:41:39: Und das können Sie bis einachzehnhundert herrlich verfolgen.

00:41:43: Übrigens waren es ja auch unsere Nationaldemokraten die vor allem an diese Mitten waren – das haben sie schon bei Ernst Moritz Ahndt, bei Thornvater Jahn aber auch bei Friedrich List der sagt, dass er an Schwabe.

00:41:57: Also die haben ja alle so ihre Dozenturen und Professoren verloren, also durch Metternich.

00:42:01: Wobei Metternicht die Juden geschützt hat und ihre Rechte aber Friedrich List von der Universität Tübingen verjagt wegen fortschrittlicher Gedanken und Zollverein und Abschaffung dieser königlichen Grenzen usw.

00:42:16: an Eisenbahnbau investieren.

00:42:19: Der sagt dann in diesem pietistischen Württemberg, da kommt aus Roitlinge.

00:42:25: Also man sollte jetzt langsam mal die Katholiken mit den Protestanten dort gleichstellen, aber niemals die vom Stamme Israele.

00:42:33: Weil das selbe macht Rottek in Baden sind alles unsere Demokraten und das... naja gut wie komme ich drauf?

00:42:49: Ja hier kommen wir ja zu den Konservativen.

00:42:52: also da haben wir zum Beispiel den Helden Carl Friedrich Gerdler.

00:42:58: Der kommt hier sehr gut weg in den Buch, weil er in seinen Denkschriften genau das finanzpolitische und diese Schuldenpolitik ganz systematisch seit neunzehntneutzechsunddreißig auseinandergenommen hat ist eine großartige Quelle.

00:43:12: Aber was schreibt dieser Gördeler noch angesichts des Galgens?

00:43:19: Drei Tage vor seiner Hinrichtung im politischen Testament Das schreibt der Lange an die Nachgeborenen, also hier Hitler mit seiner Schuldenpolitik und so weiter.

00:43:30: Und auf welche Weise er das Land in den Abgrund getrieben hat?

00:43:34: Das spielt ja im Januar fünfundvierzig, als er das schreibt.

00:43:41: Wir müssen aber auch die große Schuld der Juden betonen die in unser öffentliches Leben eingebrochen waren, in Formen, die jeder gebotenen Zurückhaltung entbehrten.

00:43:55: Also auch Gördelaar und jetzt mal umgekehrt.

00:44:03: dann haben sie hier so einen katholischen Bischof Michael Buchberger, der kommt in den Buch ganz am Schluss vor.

00:44:11: Weil er sich da feige verkochen hat als sein Domprediker drei Tage vor Kriegsende im Regensburg.

00:44:20: Also gab es eine Demonstration, dass man Regensborg friedlich übergibt und der Dompregner hat versucht die Wellen zu mindern und wurde dann gleich mal als Feigling aufgeknüpft mit noch drei anderen.

00:44:34: Und dieser Buchberger ... hat sich versteckt.

00:44:37: Das dauerte vierundzwanzig Stunden dieser Prozess und er ist die ganze Zeit im Luftschutzkeller geblieben, und hat quasi sein Domprediger, also ein Stellvertreter sozusagen, geopfert.

00:44:48: Und naja so bin ich auf ihn gekommen.

00:44:50: Also der schreibt, dass es noch Rettung gibt, das ist ja so ein Titel für heute auch.

00:45:00: Die Juden also ergeißelt die schroffen und feindlichen Klassengegensätze ebenso wie Die Auswüchse des bornierten Nationalismus.

00:45:09: Liberalismus, Geldsklaverei, Freidenkertum und Bolschewismus betrachtet er als Kräfte fortschreitender Entgottung und siddlichen Verfalls.

00:45:18: Den Nationalsozialismus stuf der Bischof einund dreißig Als unausgegorenen Wein.

00:45:25: also eine gärige Partei offenbar Ein Die einem engherzigen Rassen- und Persönlichkeitskult huldige.

00:45:37: Aus dieser Position schritt er zu einer nach weltlich politischen und christlich moralischen Kriterien aus differenzierten Beantwortung der Judenfrage, viele jüdische Federn versündigen versündigten sich und versündigen sich bis heute durch eine Massenhaft unter das vollgeworfene, seichte antireligöse und antichristliche Literatur die an dem sitzlichen Markt unseres Volkes besonders auch unserer Jugend nagt.

00:46:06: Ein übermächtiges jüdisches Kapital beherrscht das wirtschaftliche Leben und besonders den Handel in einer für das Gemeinwohl schädigenden, doch gefährlichen Weise.

00:46:18: Gegen diese Auswüchse – das ist unterstrichen – sich in rechter und maßvoller Weise zu wehren, ist ein aktgerechter Notwehr.

00:46:27: So steht es auch im Internet.

00:46:30: Buchberger böser Antisemit!

00:46:33: Wenn Sie aber das Buch, was ich dann vorsichtshalber getan habe lesen geht es anders weiter.

00:46:39: Doch sei es unrecht und ungristlich den Kampf gegen das Judentum überhaupt zu proklamieren.

00:46:45: Definitiv unchristlich sei es, den wirtschaftlichen Kampf in einen Rassen- und Religionskampf ausarten zu lassen und insgesamt auf jenes Volk auszudehnen dass vor Jahrtausenden der Träger der Offenbarung war und dem die Schriften des Alten Testamentes anvertraut wurden.

00:47:06: Es ist nicht untypisch, dass solche Sätze dann weggelassen sind in der Wikipedia-Kurzform.

00:47:13: Verstehen Sie es so was Differenziertes?

00:47:17: Ganz ähnlich äußert sich die kommunistische Partei.

00:47:25: Und nimmt dann Expressiswerbe Wärmes zur Judenfrage Stellung und zwar gegen den Nazistischen als klein, bürgerlich charakterisierten Antisemitismus zunächst.

00:47:37: Darin verlangt sie von den deutschen Juden aber erstens die vollständige Assimilierung, zweitens erklärt sie zum Thema jüdische industrielle Banker und Großkaufleute.

00:47:47: Jüdisches und nicht-jüdes Kapital sind untrennbar miteinander versippt und verquickt auf Gedeihe und Verderb miteinander verbunden.

00:47:55: Jüdisches Geld nähert auch den Faschismus.

00:47:57: Fascistische Streikbrecher stehen im Sollt jüdischer Industrieller.

00:48:02: So förderte die Kapitän Antisemitismus auf ihre Art und trug dazu bei, die bald praktizierte Arrisierung des Eigentums von Juden als Teil einer im Prinzip gerechtfertigten Sozialisierung von sogenannten Volksvermögen erscheinen zu lassen.

00:48:21: Franz Böhme der spätere Bundestagsabgeordnete der CDU und seit twohundfünfzig im Auftrag Ardenauers Für die Restitutionsgespräche mit Israel zuständig, urteilte im Rückblick auf die neunzehnhundertreißiger Jahre und das ist entscheidend.

00:48:41: Für den Antisemitismus waren hunderttausende bereit auf die Barrikaden zu steigen, Saalschlachten auszufechten und ihr auf den Straßen zu demonstrieren.

00:48:51: Gegen den Antisémitismus Rührte sich kaum eine Hand, soweit damals Parolen gegen Hitler aufgestellt wurden rückten sie andere Dinge in den Vordergrund aber niemals den Abscheu gegen den Antisemitismus.

00:49:07: Das heißt damit konnte man keine Wahlkämpfe gewinnen.

00:49:12: Herrn Hitler hat es gemerkt.

00:49:13: also das war Antisemitism im Wahlkämpfen einzubeziehen.

00:49:18: das war so ungefähr wie wenn man heute über die Rentnerreform das Hauptthema im Wahlkampf machen würde.

00:49:24: Das machte man einfach nicht.

00:49:27: So, dann Hannah Arendt bezeugt wie in der Spätphase der Weimarer Republik um sie herum ein leerer Raum entstand und aus der Sicht eines Juden schrieb der Berliner Bankier Georg Solmsen Am neunten April, nineteenhundertdreisig an Franz Urbik den Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank.

00:50:03: Die Ausstoßung der Juden aus dem Staatsdienst die nunmehr durch Gesetz vollzogen ist drängt die Frage auf welche Folgen sich an diese auch von dem gebildeten Teil des Volkes gleichsam als selbstverständlich hingenommenen Maßnahme für die private Wirtschaft knüpfen lassen?

00:50:22: Ich fürchte, wir stehen noch am Anfang einer Entwicklung, welche Zielbewusst nach wohl aufgelegten Plan auf wirtschaftliche und moralische Vernichtung aller in Deutschland lebenden Angehörigen der jüdischen Rasse – und zwar völlig unterschiedslos gerichtet ist.

00:50:42: Die völlige Passivität der nicht zur nationalsozialistischen Partei gehörigen Klassen Der Mangel jedes Solidaritätsgefühl, der auch auf der Seite derer zutage tritt die bisher in den fraglichen Betrieben mit jüdischen Kollegen Schulter an Schulter gearbeitet haben.

00:51:00: Der immer deutlicher werdender Drang aus dem Freiwerden von Posten nutzen zu ziehen und das Totschweigen der Schmach und des Schadens, die unteilbar all denen zugefügt werden, die obgleich schuldlos von heute auf morgen die Grundlage ihrer Ehre- und Existenz vernichtet sehen.

00:51:21: Alles dieses zeigt eine so hoffnungslose Lage, dass es verfehlt wäre den Dingen nicht ohne jeden

00:51:29: Beschönigungsversuch."

00:51:30: ins Gesicht zu sehen.

00:51:32: Das ist der neunte April, nineteenhundertdreien dreißig.

00:51:37: Solmsten hielt mit dem Adressaten dieses Briefes jahrelang Schultern an Schulter zusammengearbeitet doch als er Franz Urbik diese Zeilen gut zehn Wochen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme schrieb betrieb dieser bereits die Entjudung der Deutschen Bank zutreffend beobachtete Solmsten wie die Ausstoßung der Juden vom gebildeten Teil der Deutschen, als selbstverständlich hingenommen wurde und natürlich als Karriere-Schorso.

00:52:13: Aus gutem Grund beklagte er die völlige Passivität der nicht zur nationalsozialistischen Partei gehörenden sozialen und politischen Großgruppen der deutschen Bevölkerung und erkannte die allgemeine und klassenübergreifende Raublust nämlich den immer deutlich werdenderen Drang aus dem Freiwerden von Posten nutzen zu ziehen.

00:52:39: Sie müssen sich mal im Moment überlegen, wenn es den Holocaust nicht gegeben hätte wer heute Chefredakteur wäre.

00:52:49: Wer heute ärztlicher Direktor der Charité wäre?

00:52:55: Wer heute in der Filmproduktion fort wäre.

00:52:59: das wirkt nach bis heute.

00:53:03: Es ist So, machen noch ein bisschen.

00:53:12: Ja also noch ein anderer Konservativer ist ja mein Liebling Otto de Belius.

00:53:20: Also ich bin Mitglied der evangelischen Kirche aber es ist unerträglich.

00:53:25: Also gibt's ja diese berühmte Predigt in Potsdam zum Tag von Potsdamm hier der General der Kreise-General.

00:53:33: Wissen Sie eigentlich wie der Kreisegeneral Reichspräsident wurde?

00:53:36: Kann das jemand kurz rekapitulieren wie?

00:53:38: das war?

00:53:42: Nur mäßig.

00:53:44: Also Friedrich Ebert starb in den überarbeiteten Jahren und er hatte ein schweres Leben.

00:53:54: Er war krank, eine verschleppte Krippe oder so etwas und hat Lungenentzündung.

00:53:59: Und es musste neu gewählt werden.

00:54:02: Es gab ja die Weimarer Koalition, also der Mitte.

00:54:07: Die war auch sehr stark.

00:54:08: Die hatte mehr als zwei Drittel Mehrheit am Anfang und hatte mit sehr schwierigen Verhältnissen zu kämpfen.

00:54:15: Also das Zentrum, die Vorgängerin der CDU aber eben sehr katholisch orientiert.

00:54:21: Die hatten einen Kandidaten in Absprache mit der SPD und den Liberalen aufgestellt.

00:54:26: Das war Wilhelm Müller Und er war auch schon mal Reichskanzler gewesen Und den muss man sich so vorstellen, als ein gemäßigten CDU-Mann.

00:54:44: Also wir würden den heute in die Kategorie Wüst stecken!

00:54:51: Ja?

00:54:53: Lachen Sie nicht so blöd, also man muss das ja hier...

00:54:58: Bitte?!

00:55:00: Genau, die sollen sich benehmen da hinten.

00:55:04: Es muss die heutige Jugend auch noch manchmal lernen.

00:55:09: So und die Kommunisten haben gesagt, also wir stellen eigenen Kandidaten auf.

00:55:17: Wir wollen dass die bourgeoisie ihre eklavte Krimasse zeigt und es ist Hindenburg wird Und die bayerische Volkspartei.

00:55:24: was die Vorgängerin der CSU hat gesagt Also diesen liberalen Schnösel da aus dem katholischen Rheinland den wollen man nicht haben.

00:55:33: Wir stimmen auch für Hindenborg.

00:55:35: beide Parteien die KPD Die Bayerische Volkspartei wussten, was sie taten und sie wussten auch, dass sie objektiv zusammenarbeiteten.

00:55:45: Ja?

00:55:46: Es war vorher alles klar weil es da auch um Stichwahlen ging.

00:55:49: ja Und so kam Hindenburg mit drei Prozent Vorsprung dran also sozusagen in einer Mischung aus Thielmann, wen könnte man da nehmen?

00:56:03: Also sowas haben wir heute gar nicht mehr wenn Sarah Wagenknecht, Sarah Wakenknech geblieben wäre und Söder Ja, so.

00:56:12: Also solche Konstellationen die muss man sich vorstellen haben dazu beigetragen die Weimarer Republik zu zerstören.

00:56:23: So ja also die Belius ist eine Predigt da vor den protestantischen Abgeordneten haben an Göring und so weiter.

00:56:34: Und freute sich sehr, da hat er noch einen persönlichen Bericht geschrieben in das Sonntagsblatt der Berlin-Brandenburgischen Kirche.

00:56:42: also dieser herrliche jugendliche Göbbels und so, der ihn am Vortag empfangen habe und so wunderbar.

00:56:49: Also in der Predigt heißt es ein neuer Anfang staatlicher Gewalt steht immer irgendwie im Zeichen der Gewalt Denn der Staat ist Macht.

00:56:58: Neue Entscheidungen, neue Orientierungen, Wandlungen und Umwälzungen bedeuten immer den Sieg des einen über den anderen.

00:57:06: Und wenn es um Leben und Sterben der Nation geht dann muss die staatliche Macht kraftvoll und durchgreifend eingesetzt werden.

00:57:15: Während des Judenbeukotz Im April, das ist dann also der Zeitpunkt an dem Solmsen da sein Brief schreibt.

00:57:31: Den ich gerade vorgelesen habe, schreibt unser oberster protestantischer Kirchenführer, der übrigens auch bei der Wiedereröffnung des Deutschen Bundestages geübt ist in der Bonnalutterkirche die einschlägige Predigt für die protestantischen Bundestagsabgeordneten galtend hat.

00:57:50: Also Geschichte macht auch manchmal wirklich Spaß!

00:57:54: So diese Kontinuitäten.

00:57:57: Also da schreibt zu dem Boykott, ja?

00:58:00: Das war eine harfte Maßnahme.

00:58:01: also das kennen Sie haben diese Bilder mit den SA-Leuten und dieser Hakenkreuze und Schmierereien an den Schaufenstern in Berlin.

00:58:09: und so Die Zahl der jüdischen Richter, der jüdischen Politiker, den jüdischem Beamten in einflussreichen Stellungen ist spürbar gewachsen.

00:58:17: Dagegen wendet sich die Stimmung des Volkes das mit den Folgen der Revolution aufräumen will.

00:58:23: Schließlich hat sich die Reichsregierung also Hitler genötigt gesehen denn boykott jüdischer Geschäfte zu organisieren in der richtigen Erkenntnis dass durch die internationalen Verbindung des Judentums die Auslandshetze dann am ehesten aufhören wird wenn sie dem deutschen Judentum wirtschaftlich gefährlich wird.

00:58:43: Es gibt schließlich nur zweilei was getan werden muss, das erste ist die langfristige Sperre der deutschen Ostgrenze gegen jüdische Einwanderung!

00:58:53: Das andere aber ist die Festigung der eigenen Art also Deutschsein.

00:58:58: Wir wollen jetzt wieder schön Deutsch sein, die einer fremden Rasse nicht erlegt.

00:59:04: auf diese Festigkeit an dieser Festigkeit hat es im deutschen Volke immer wieder gefehlt.

00:59:13: Ich werde ja immer mal in Interviews gefragt, ob es sowas heute auch gibt?

00:59:19: Ja und also wenn man da diese evangelische Kirche weiter verfolgt... Es gibt herrliche konservative Gegner Hitlers, die können Sie in diesem Buch nachlesen.

00:59:29: Mein Liebling ist Hans Schlange Schöning ein ostelbischer Juncker.

00:59:34: der hat einen Tagebuch beschrieben.

00:59:41: Da zitiert er auch das, was der Geistliche Vertrauensrat der Evangelischen Kirche ab dreißigsten Juni als Telegramm an Hitler geschickt hat, also um ihn zu ermuntern in Russland mal richtig zuzuschlagen.

00:59:55: Dreißigste Juni einviertzig der Geistliche Vertrauensrat der Deutschen Evangelischen Kirche versichert ihnen mein Führer in diesem hinreißend bewegten Stunden aufs Neue die unwandelbare Treue und Einsatzbereitschaft der gesamten evangelischen Christenheit des Reiches.

01:00:15: Sie haben mein Führer, die bolschewistische Gefahr im eigenen Land gebannt und rufen nun unser Volk oder die Völker Europas zum entscheidenden Waffengange gegen den Todfeind aller Ordnung und aller abendländischen christlichen Kultur auf.

01:00:31: Das deutsche Volk – und mit ihm alle seine christlichen Glieder – danken ihnen für diese ihre

01:00:37: Tat.".

01:00:38: dass sich die britische Politik nun auch offen des Bolshevismus als Helfershelfer gegen das Reich bedient.

01:00:47: Bis dahin hat es sich ja Deutschland, das Bolshewismus als Helvershelfer, bedient macht endgültig klar, dass ihr nicht um das Christentum sondern allein um die Vernichtung des deutschen Volkes geht!

01:01:04: Der Allmächtige Gott wolle Ihnen und unserem Volk beistehen, dass wir gegen den doppelten Feind den Sieg erringen, dem all unser Wollen und Handeln gelten muss.

01:01:16: Hans-Schlange Schöning, der diesen Text sechsenvierzig in seiner Abrechnung am Tage danach aufnahm, fragte sich hat mein Führer jemals eine würdeloseres kritischeres Telegrammen bekommen?

01:01:30: Unterschrieben Hatten es die Landesbischöfe August Marahens, Bischof der Hannoverischen Landeskirche und in diesem Quart Gremium Vertreter der bekannten Kirche?

01:01:45: Also die Behauptung, die bekennende Kirch sei ein einziger Widerstandshort gewesen.

01:01:52: Das mag in Dahlem gewesen sein das stimmt ja da gab es welche Aber dass sie das alle gewesen seien, ist eine blanke Nachkriegserfindung und Lüge.

01:02:03: Und nun gucken wir uns mal diese Brüder an, was die dann, ich glaube, in der Nähe von nineteenhundert sechsundvierzig schreiben.

01:02:13: Damit bin ich ja groß geworden im Religionsunterricht.

01:02:17: Das ist das sogenannte Stuttgarter Schuldbekenntnis der evangelischen Kirche Deutschlands vom Oktober neunzehnhundert.

01:02:29: Mitverfasst von Otto Dibelius und solchen Leuten aus dem Geistlichen Vertrauensrat.

01:02:35: Hören Sie zu!

01:02:38: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen vorrichtbaren Ausdruck gefunden hat.

01:02:51: Aber wir klagen uns an... dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

01:03:03: Die katholische Kirche dagegen ist ein ganz anderer Fall.

01:03:09: also da haben sie es mit anderen Leuten zu tun und da ist vor allem doch interessant ich weiß gar nicht ob ich das jetzt finde hier die päpstliche Enzyklika in brenner sorge die von katholischen Bischöfen in Deutschland mitverfasst worden ist.

01:03:30: Also, am Palmsonntag, und zwar zuerst auf Deutsch und erst viele Wochen später auf Lateinisch.

01:03:56: Und das deutsche Episkopat hat es geschafft das in Sonderdrucken zu drucken und auf allen Kanzeln gleichzeitig am Palmsontag zu verlesen, diese Enzyklika ohne dass es die Gestapo mitgekriegt hatte.

01:04:12: Das ist auch aber gut!

01:04:14: Die katholische Kirche ist nun mal die älteste und erfahrenste Institution der Welt.

01:04:23: So und da heißt es Wer die Rasse oder das Volk, den Staat oder die Staatsform – die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung – die innerhalb der irdischen Ordnung einen wesentlichen und ehrengebietenden Platz behaupten?

01:04:46: Aus dieser ihrer irdische Werteskala herauslöst sie zur höchsten Norm aller auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt und fälsch die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge.

01:05:04: Ein solcher ist weit vom wahren Gottesglauben und einem solchen Glauben entsprechender Lebensauffassung

01:05:11: entfernt.".

01:05:14: Im weiteren Text bezeichnete der Papst mitgewirkt hatten konservative katholische Bischöfe also Kardinal Faulhaber zum Beispiel also Erzbischofaulheim, aber Kardinal.

01:05:27: In München am Text der Papst bezeichnete und die bischöflichen Mitverfasser bezeichneten Hitler ohne ihn beim Namen zu nennen als Wahnpropheten, als ein jener oberflächlichen Geister, die der Irrelehre von einem nationalen Gott anhängen.

01:05:50: Den Gläubigen schärfte der Papst ein gegenüber Gott und seinen Geboten.

01:05:55: Der unwandelbaren Gottessatzung gelte die Gehorsamspflicht unabhängig von Zeit, Raum, Land und

01:06:03: Rasse.".

01:06:05: Das war also... Davon war die Katho-Evangelische Kirche?

01:06:10: Es gab es da nicht!

01:06:12: Auch die Proteste gegen die Euthanasiemorde – das ist ja Galen berühmt Es war aber der einzige katholische Bischof, der sich das getraut hat.

01:06:20: Ich erkläre gleich warum.

01:06:27: Es gab evangelische Proteste von Bischoff Wurm in Württemberg und so weiter vom Bodelschwingen Aber die sind alle Staatsloyal- und Amtsgeheim an irgendwelche Stellen geschickt, wir erwarten ohne dass die Öffentlichkeit davon erfahren hätte.

01:06:42: Die Öffentlichkei hat davon erst nach dem achten Mai nineteenhundertvierzig erfahren Nicht als es darauf angekommen wäre, Öffentlichkeit zu mobilisieren.

01:06:52: Das ist das protestantische Vorgehen.

01:06:55: Ach so!

01:06:56: Als ich mit Bischof Huber – das habe ich ja nicht zu Ende erzählt auf dem Bodium saß – da ging es also um die Frage, warum sich die evangelische Kirche gleich für die Zwangssterilisierung ausgesprochen hat?

01:07:12: während die katholische Kirche es abgelehnt hat und auch erreicht hat, dass katholische Kirchen Krankenhäuser sowas nicht durchführen mussten.

01:07:23: Und dann sage ich naja Herr Bischoff das sind dieselben Motive immer an der Spitze des Fortschritts sein und Erbhygiene galt als was sehr fortschrittliches damals.

01:07:34: ja also die Menschheit irgendwie von allem schädlichen und ärblichen und minderwertigen sich befreien lassen könnte.

01:07:42: Und wissen Sie, das ist dasselbe Motiv?

01:07:44: Es war die Zeit damals der Proteste gegen die SS-Zwanzigraketen und Ähnliches.

01:07:55: Die evangelischen Pfarrer, die da in Mut lagen mit wehenden Talaren – die älteren werden sich erinnern – demonstrierten habe gesagt, das sind eigentlich dieselben Motive Immer die Nase vorne haben, sich in die aktuelle Politik einmischen.

01:08:09: Sie gut oder schlecht finden und so ist die evangelische Kirche nationalsozialistisch geworden.

01:08:16: Es gab ja dann Gemeinde-Kirchenratswahlen im ganzen Reich im Spätsommer.

01:08:25: Da haben die deutschen Christen siebzig bis neunzig Prozent bekommen in Thüringen mehr als neunzig Prozent, das muss man immer wieder hervorheben.

01:08:36: In Thüring dauerte ja auch der Nationalsozialismus bekanntlich fünfzehn Jahre und nicht zwölf also weil die Regierung da schon früher übernommen worden ist.

01:08:47: Und bei diesen Gemeinden Ratskirchenrats waren diese deutschen Christen, die hatten so eine Anstecknadel.

01:09:06: Das war also das Kreuz unseres Erlösers und auf der Kreuzüberplattung hing also nicht Christus, sondern ein großes weiß grundiertes großerweise Scheibe mit einem Hakenkreuz in der Mitte.

01:09:24: Und so liefen die rum und so waren die Briefköpfe.

01:09:28: Und das waren siebzig bis neunzig Prozent der Protestanten in Deutschland.

01:09:34: Es muss man sich auch mal so bildlich einfach vergegenwärtigen wie das war Und das erschließt sicher nicht in der Frage.

01:09:43: Also die Frage war da irgendjemand in der Familie, in der NSDAP?

01:09:48: Das sind ja noch mal ganz andere Fragen, die sich darstellen.

01:09:51: also wer da wie mitgemacht hat.

01:09:54: und die NSDEP waren relativ teure Partei.

01:09:56: Neunzig Prozent waren Männer und also Frauen waren natürlich auch irgendwie aktiv.

01:10:08: Ja, Und die Katholiken, wie sind die Mundtod gemacht worden?

01:10:14: Ganz einfach.

01:10:18: Kaum war das geschehen?

01:10:19: diese Enzyklika trat eine Sonderkommission der Gestapo wurde eingesetzt und eine Schwerpunktsstaatsanwaltschaft in Koblenz und der Ermittlungsauftrag lautete Knabenmissbrauch und Homosexualität in katholischen Einrichtungen.

01:10:42: Mit riesigen öffentlichen Prozessen, ja?

01:10:47: Und... ...fünfhundert Verurteilung anklagen den ganzen Sommer über mit einer wahnsinnigen Pressekampagne.

01:11:01: Das geht so ein halbes Jahr lang und dann sagt Titler den oder lässt ihn sagen Also wenn ihr Ruhe gebt und so weiter, wir lassen die Fahrfahren schweben.

01:11:12: Ein paar sitzen jetzt im Gefängnis.

01:11:14: Das ist gut, die bleiben da auch aber das war der Hebel.

01:11:20: also die haben sehr geguckt wie sie die klein kriegen.

01:11:23: ich habe hier ein großes Kapitel.

01:11:24: das lassen wir heute völlig aus dass es hier uninteressant über die Gewerkschaften wie die eingegliedert worden sind.

01:11:32: das ging auch sehr spielend.

01:11:36: Ein späterer Vorsitzender der IG Metall, Johannes Brümmer hat im Bezirk Nort-Württemberg Nordbaden die Überleitung in die deutsche Arbeitsfront damals organisiert.

01:11:46: Aber auch das mit einfachen Mitteln.

01:11:51: Die einzelne Gewerkschaften blieben erhalten – erst mal formal und äußerlich.

01:11:59: In dieser Notlage, in den letzten Jahren wurde die Beiträge halbiert und die andere Hälfte zahlte der Unternehmer.

01:12:09: Und da wurde es gewerkschaftliche Vermögen enteignet, aber als die Leute an Versicherungen in den alten freien Gewerkschachten hatten das behielten sie weiter und da wurden sogar die Karenzzeiten verkürzt.

01:12:19: Also es wurde leicht gemacht.

01:12:22: Auch der Anschluss Österreichs ging auf diese Weise zu schön vonstatten.

01:12:29: Erinnern Sie sich noch an Helmut Kohl und die Wiedervereinigung Wie das mit dem Umtauschkurs von Ost & Westmark war.

01:12:39: Also der DDRler hatte so irgendwie bis Zehntausend Mark auf dem Ostmark, auf dem Konto und der Kurs war so vier Komma fünf zu eins oder irgendwie so.

01:12:50: Und Kohl beschloss also gegen den Rat der Bundesbank und des Finanzministers die dürfen das was sie auch im Konto haben so eins-zu-eins umtauschen und wenn Sie ein bisschen mehr haben dann war es so eine Frist dass man das noch in der Familie verteilen konnte.

01:13:08: So war das erst mal schön Das war ein Geschenk.

01:13:13: Und das Modell ist Österreich.

01:13:18: In Österreich gab es den Schilling, wir hatten die Reichsmark und das wurde ganz schnell die Währungsgleichstellung gemacht mit einem Umtauschkurs drei Schillinge für zwei Reichsmark.

01:13:33: Das war eine Aufwertung des Schillings um vierzig Prozent.

01:13:38: D.h.,

01:13:38: jeder Österreicher hatte am nächsten Tag plötzlich viel mehr Geld in der Tasche als am Tag vorher.

01:13:45: Also Kaufkraft, das hat sich natürlich bald nivelliert.

01:13:49: aber erst mal so.

01:13:51: für die unmittelbare Aktion es ist alles richtet sich alles gegen den leichtfertigen Gebrauch.

01:13:57: ja die Nazi Ideologie was war das denn?

01:14:02: Das war geschicktes Herrschaftsmanagement Und das dann in der zweiten Kriegshälfte vor allem mit Angst ging, dass die Schwäche der Gegner immer ins Auge genommen hat.

01:14:14: Also hier ich lese Ihnen das nochmal vorher also die Göbbelsrede dazu ja.

01:14:24: Also am neunzwanzigsten April, nineteenhundertzebendunddreißig, also das ist dann gleich nach Ostern.

01:14:30: Titel Die Zeitung Der Angriff Gotteshäuser zu bordellen, erniedrigt und geschendet.

01:14:36: Am selben Tag erscheint die westdeutsche Ausgabe des völkischen Beobachters mit zwei Parallelen.

01:14:41: auf der Titelseite brannten Schlagzeilen Kirchen- und Glöster zu Lasterstätten erniedricht.

01:14:49: Sexualverbrecher verbrechern die Maske herunter.

01:14:54: erregende Tatsachen beweiskräftiger als Vertuschungsmanöver des politischen Katholizismus.

01:15:01: Elf Jahre Zuchthaus, schuldig der Verbreitung einer katholisch-kommunistischen Einheitsvorbereitung einer Katholisch-, kommunistische Einheitsfront.

01:15:10: Diese Kombination hat es in sich deutete sie doch auf den Straftatbestand des Hoch- und Landesverrats hin.

01:15:17: Ähnlich Ähnliches betreibt der Stürmer, mit dem Ziel die katholische Kirche in eine zweite regimefeindliche Querfront zu buxieren.

01:15:26: Verbrecher im geistlichen Gewande Judentum und Pfaffentum was das deutsche Volk aus den Prozessen lernen kann.

01:15:35: Demnach neige der Jude zur Abnormer Geschlechtlichkeit zu Sodom und Gomorrah.

01:15:40: Jetzt habe er sogar die katholische Geistlichkeit angesteckt, ob das nötig war!

01:15:47: Wir wissen heute so, dass Stürmer all das lasse sich erst beheben wenn der Jude endgültig ausgerottet ist.

01:15:54: Also es ist... So am vierten Mai steht auf der Titelseite nun der badischen NSDAP-Zeitung der Führer, Ordensbruder prügelt grüppel zu Tode.

01:16:05: Zudem springen einem auf derselben Seite die Fotos dreier Kirchenmänner ins Auge, die in einem der Koblenzer Prozesse angeklagt sind.

01:16:13: Die Bilderlegende stellt sie mit ihrem bürgerlichen und klösterlichen Namen vor.

01:16:18: Ein Sonderkorrespondent berichtet in derselbe Ausgabe findet sich die detaillreich ausgeschmückte Nachricht eine Liebesnacht mit Bruder Liborius.

01:16:29: Daran sollen acht Klosterbrüder beteiligt gewesen sein, Zitat ausgerechnet in der Nacht der Feier des Festes Maria

01:16:37: Empfängnis.".

01:16:38: Darunter steht die Meldung.

01:16:41: ich sage ihnen wie sie das gemacht haben.

01:16:43: ja darunter steht naja mit Fake News meine Lieben ein sechzigjähriger Kinderfreund im Ordenskreis.

01:16:55: Das geht so ein halbes Jahr lang diese Pressekampagne Und das sitzt und führt dazu, dass Galen also zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion, gegen die Euthanasie protestiert.

01:17:09: Niemandem findet der im Beisch steht, der mitmacht.

01:17:14: Der macht es drei Wochen lang in drei großen Predigten.

01:17:19: Ganz hart und klar argumentiert er – und es ist niemand, der im beisch springt!

01:17:30: Und Göbbels, die sind ja nicht in der Lage ihnen zu verhaften.

01:17:34: Warum?

01:17:35: Weil sie einen Domino-Effekt für Fürchten, wenn Sie das tun!

01:17:40: Aber es gibt keinen, kein Konservativen.

01:17:43: wir haben da... Wir haben die Bonnhöfers, die Sauerbruchs, wir haben Nobelpreisträger.

01:17:47: Wir haben Gerhard Hauptmann, das sind ja eigentlich nur Nazis.

01:17:50: Wir habe die anderen Beschöfe, keiner tut das.

01:17:54: Ja und Göbels knickt ein und sagt jetzt müssen wir diese Euternasiemorte erstmal kurz beenden.

01:18:00: Wir können das später anders machen, aber jetzt nicht.

01:18:03: Der sagt wir machen aber umso mehr mit der Judenfrage weiter im selben Gespräch mit Hitler und daraus entsteht etwas, das müssen Sie hier im letzten Drittel lesen.

01:18:16: Das ist die Frage warum halten diese Deutschen bis zum letzten Tag zusammen?

01:18:23: Warum machen die anders als im Ersten Weltkrieg?

01:18:25: Da hatten wir irgendwann keine Lust mehr und die Frauen auch nicht.

01:18:28: Und die Soldaten fanden auch, es reicht jetzt ja!

01:18:32: Im Zweiten Weltkrig bis zum letzten Tag.

01:18:34: gucken sie hier mal Berlin an.

01:18:40: Als die rote Armee Marzahn erreicht hat also den Ostrand von Berlin brauchten die vierzehn Tage bis zur Reichskanzlei und zu Brandenburger Tor.

01:18:54: Auf dieser Strecke hatte die Rote Armee achtzigtausend Gefallene.

01:18:58: Achtzigtaussend!

01:19:00: Und ninety-fünfzehntausend tote deutsche Soldaten und mehr als dreißigtausende Zivilisten, die irgendwie dazwischen kamen.

01:19:07: Wie kann man das machen?

01:19:08: Dann gab es ja noch vorher die Schlacht an den Seelohr.

01:19:11: Höhen drei Tage vierzigtauend Tote unten im Spreewald bei halbe Weitere vierzig tausend Tode und dort besonders viele Zivilistinnen auch zehntausenden, die da zwischengeraten sind.

01:19:23: Wir hatten nach dem zwanzigsten Juli, nineteenhundertvierundvierzig starben.

01:19:33: zwei Fünftel unserer Soldaten sind gefallen.

01:19:36: Jeden Tag neuntausend in den letzten neun Monaten des Krieges!

01:19:42: Warum?

01:19:43: Warum?!

01:19:45: Wir hatten seventy-three Prozent unserer Luftkriegsschäden in den Städten.

01:19:50: Nachdem zwanziger Juli vierundvierzig also ob das Chemnitz ist Dresden, Potsdam.

01:20:08: Hildesheim Freiburg Würzburg Ich könnte in dreißig Städte aufzählen Magdeburg All das in diesen Tagen.

01:20:18: Warum halten die so lange durch?

01:20:21: Da wird hier die Enthese entwickelt Kraftdurchfurcht Weil die Leute von den Verbrechen wussten Ja Und seit Ende nineteenhundertundvierzig.

01:20:32: Die Propaganda lautet Sieg oder Untergang.

01:20:36: Wenn die Gegner das mit euch machen, was wir gerade mit ihnen machen und was ihr mit ihnen macht in Russland bleibt von euch sowieso nichts übrig.

01:20:45: Und das glaube ich wird in diesem Buch erstmalig wirklich auch detailliert.

01:20:51: und das konnte man vor zwanzig Jahren vielleicht noch nicht weil noch nicht genügend.

01:20:55: auch individuelle Quellen da waren... Da klar!

01:20:59: Und der entscheidende Sprung ist der Krieg gegen die Sowjetunion.

01:21:04: Bis dahin hat das nationalsozialistische Staat und die intragenden Deutschen vielleicht tausend Regimegegner ermordet.

01:21:17: Vielleicht tausende Juden in Deutschland, in Polen viele ja etwa bis zum Krieg gegen die Sowjetunion.

01:21:28: Hundertfünfzigtausend christlich-polnische Intelligenz also Bürgermeister, Pfadfinderführer Priester Journalisten, Rechtsanwälte alles war so irgendwie den Nationalismus zusammenhalten kann.

01:21:45: Den polnischen.

01:21:47: Aber was sind hundertfünfundvierzigtausend oder Hundertfufzigtausende gemessen am Endergebnis?

01:21:55: Das sind fünf Millionen christlich und jüdische Polen tot.

01:22:01: Und das beginnt mit dem Krieg gegen die Sowjetunion.

01:22:06: Und warum Hitler und Göbbels unterhalten sich?

01:22:13: Goebbels Tagebuch, dank!

01:22:17: Der Saunagänger von Helmut Kohl und Jelzin bekommen.

01:22:23: Er sagt, Titler zu Goebbles wir müssen das machen.

01:22:27: ob wird es gewinnen?

01:22:27: Das ist ganz unklar aber wir haben sowieso zu viel auf dem Kerbholz.

01:22:34: Es gibt nur diesen Einweg Und es ging darum dieses Gefühl auf die gesamte deutsche Bevölkerung zu übertragen und dass mit Erfolg glückt.

01:22:47: Denn wenn Sie den Krieg gegen die Sowjetunion nehmen, bis dahin Kriegsverbrechen eigentlich nur in Polen.

01:22:55: In einem Umfang der sehr hoch wäre.

01:22:58: stellen sich vor irgendjemand würde das heute so machen hier in Mitteleuropa – hundertfünfzigtausend – aber mit dem Krieg für die Sowjets Union.

01:23:09: Ein halbes Jahr lang also bis Weihnachten Silvester, nineteenhunderteinhundvierzig ermordten Deutsche in den besetzten Teilen der Sowjet-Union Neunhunderttausend Juden.

01:23:24: Das auch das ehemalige Ostbohlen dabei.

01:23:28: Eins Komma vier bis eins Komma fünf Millionen sowjetische Kriegsgefangene, die man vorsätzlich verhummern lässt erfrieren lässt später Die nicht leben sollen.

01:23:40: das ist geplante Politik.

01:23:43: und mindestens Zwei Hundert Fünfzig Tausend Zivilisten die irgendwie stören beseitigt werden.

01:23:49: also den ich in Kampfhandlung Falle in Kampfhandlungen reinkommen, sondern die einfach... weil sie kleine Funktionen im sowjetischen Staatsapparat haben, Kultusvorsitzende sind oder irgendwas.

01:24:01: Ja gelten Sie dann gleich als bolchewistische Kommissare.

01:24:07: Das sind pro Tag zwölftausend Nicht-Kombatanten, die die Deutschen ermorden und wir sind da mit einem Heer von drei Komma fünf Millionen Mann eingefallen und das ist keinem dieser Soldaten entgangen.

01:24:20: Das wusste jeder!

01:24:22: Wenn Sie jetzt das Jahr nineteenhundertzwanzig angucken, dann war es erst der Anfang.

01:24:29: Das ging weiter!

01:24:32: Im August nineteenhundertzwanzigerzig wurden im besetzten Polen in den drei Gaskammern, die die Deutschen dort errichtet hatten, Belce, Sobibor und Treblinka in einem Monat vierhunderttausend Juden ermordete.

01:24:52: Das muss man sich klarmachen.

01:24:56: Die wusste es nicht alle im Detail.

01:24:59: Aber sie wussten, dass da Schreckliches geschah und die meisten haben das gesehen Und ich lasse hier auch also mein Vater meine Verwandtschaft so durch dieses Buch durchgehen Das ganz interessanteste kleiner Mitläufer aber trotzdem auch in diesem mitläufe Spiegelt sich eigentlich alles war ein kleiner J funktionär wurde ja ganz zufällig als Kaufmanager, Leiter für den Heimbau der Hitlerjugend in der Saabfalz.

01:25:36: Das war seine Aufgabe da, also so zwölf Heime gebaut und so.

01:25:41: Und dann war er eben kurz an der Ostfront ist gleich im ersten Gefecht schwer verwundet worden.

01:25:48: aber ich meine hat es mit mir nicht leicht die NSDAP eingetreten, also auch völlig ohne Eile.

01:25:58: Das war erst mal nicht wichtig.

01:26:00: Viel wichtiger war ihm der Status des Reserveoffiziers und wurde aber trotz seiner schweren Verwundung ziemlich alt.

01:26:12: und zwei Jahre vor seinem Tod sagt er mir zu einer älteren Schwester ich hätte mir das ausrechnen können, aber man ist so bei Verwandten irgendwie ein bisschen blind.

01:26:21: Die haben auch das eine psychologische Maßnahme.

01:26:24: Diese Verwundeten, auch leicht verwundete und schwer verwundet, kamen alle nicht nach Deutschland.

01:26:29: Die Breute und die Mütter und die Verwandten sollten sie nicht sehen, solange diese noch geschockt waren.

01:26:35: Also ich habe ihn in Kauf genommen... also Polen war randvoll mit deutschen Reserve-Latzer retten Lemberg, Warschau usw.. Und natürlich auch an der Ostseeküste oben!

01:26:49: In Warschau war ein ganz besonders großer Umschlag und mein Vater war da also acht Wochen Nachdem er erst zu vierzehn Tage im Frontplatzerrett war, also nachdem er so acht Wochen.

01:27:02: Und dann erst kam er in die Chirurgie nach Heidelberg und da wurde sein Brustkorb und alles Mögliche nochmal nach... Ich höre gleich auf, nach repariert!

01:27:11: Wir sind ja schon am Ende fast.

01:27:14: Aber sie hören mir immer noch zu.

01:27:18: So, zwei Jahre vor seinem Todsachter Ja, wir lagen ja.

01:27:24: Unser letzter Rett war neben dem Warschauer Ghetto Das war auch das größte.

01:27:29: Sie können heute im Internet Forum wehrmacht sehr gut Da sind also man denkt so an Militaristen und Rechtsradikale wenn man das hört.

01:27:38: da sind sicherlich auch welche dabei das will ich nicht bezweifeln.

01:27:42: aber so vom Typ her sind die meisten so Briefmarkensammler und Freunde der Eisenbahn.

01:27:48: Und naja also die wollen alles wissen.

01:27:52: Und da gibt es eben auch über die Reserve-Latserrette in Warschau alles, ja und so.

01:27:58: Und mit Fotos auch.

01:28:00: Vorher hatte ich immer erzählt, ich lag in Warschau, ja?

01:28:04: Da ging es mir dann nach vier Wochen langsam wieder besser... ...und dann habe ich doch tatsächlich dort die Buddenbrocks gelesen.

01:28:11: Das stand da in der Bibliothek!

01:28:14: Thomas Mann war doch angeblich verboten im Dritten Reich.

01:28:17: Wir hatten das da in unserer Bibliothek.

01:28:20: Und das fand ich sehr schön dieses Buch.

01:28:24: Also Sie können sich vielleicht denken, woher in einem Warschauer-Lazarett deutsche Literatur damals kam und wem die vorher gehört hat.

01:28:34: Dann kurz vor seinem Tod erzähle wir lagen ja unser... das war das größte Reservelazzarette direkt an der Ghetto-Mauer Und er war da während des Warschau Aufstandes, Ghettoaufstandes.

01:28:49: Das sind fünfundfünfzigtausend erschossene Juden innerhalb von fünf Wochen.

01:28:56: Wir hörten die Schüsse, die Schreie und die Explosion.

01:29:00: Und wir wussten was da ist!

01:29:03: Und der hat das nur gesagt.

01:29:06: Der Druck war auch in der Familie entsprechend.

01:29:09: aber es ist auch schön dass er's gesagt hat.

01:29:16: Aber sie können davon ausgehen, dass neunzig Prozent der deutschen Männer also etwas mit ins Grab genommen haben.

01:29:24: Das ist aber im Grunde das Motiv wahr warum sie wie verrückt bis zum Schluss gekämpft haben und es dann auch völlig verdrängt haben.

01:29:35: Man kann das auch noch kurz, so schnell wollen wir noch gar nicht aufhören... Thomas Mann hat dies nach drei Minuten geben Sie mir!

01:29:47: Thomas Mann hatte in seinen Bibisierreden, die haben nicht viele gehört aber die haben sich doch ein bisschen rumgesprochen glänzend beschrieben.

01:30:02: Also die ging ja an über den deutschen Kanal der Bibisie.

01:30:07: Und das ist im November einundvierzig, als es gerade so angefangen hat!

01:30:11: Das unaussprechliche, dass in Russland das mit den Polen und Juden geschehen ist und geschieht, wisst ihr?

01:30:18: Wolltest aber lieber nicht wissen aus berechtigten Grauen vor dem ebenfalls unaussprechlichen, dem ins riesenhafte Gewachsenen Hass der eines Tages, wenn eure Volks- und Maschinenkraft erlarmt über euren Köpfen zusammenschlagen muss.

01:30:35: Eure Führer, die euch zu all diesen Schandtaten verführt haben, sagen euch – nun habt ihr sie begangen!

01:30:43: Nun seid ihr unauflöslich an uns gekettet?

01:30:46: Nun müsst ihr durchhalten bis aufs Letzte, sonst kommt die Hölle über

01:30:51: euch.".

01:30:52: Soweit Thomas Mann und nicht nur er Auch Himmler wusste das.

01:31:12: Da gibt es diese berühmte Posener Rede von Himmlern, wo er ganz am Schluss der Sitzung abends um achtzehn Uhr den Gauleitern sagt nach dem Abfall Italiens im Oktober, dreiundvierzig.

01:31:27: Also mit der Judenfrage sind wir gleich fertig.

01:31:29: Wir haben alle Frauen Männer und Kinder umgebracht Und wir mussten auch die Kinder umbringen damit keine Rächer dem deutschen Volken nachher erwachsen.

01:31:39: Und das war nicht nur schön, aber wir haben das in ordentlicher und bekanntlich anständig gebliebener Weise gemacht.

01:31:48: Im Klartext war es auch ihr Gauleiter hat keine Möglichkeit mehr auszusteigen.

01:31:54: Dann haben die sich hinterher drüber unterhalten.

01:31:56: in der Judenfrage also Die Rede ist ja überliefert auf Schallplatte.

01:32:02: Aber die anschließenden Gespräche nicht.

01:32:04: Die hat ein Gau-Leiter nämlich August Eigeruber Der Gauleiter von Oberdonau, also Oberösterreich der Geburtsheimatgau des Führers.

01:32:16: So zusammengefasst die anschließenden Gespräche Es war nicht immer leicht die Liquidierung der Juden durchzustehen da es bis in die höchsten Stellen der Partei und des Staates und der Wehrmacht Menschen gab Die für die Juden intervenierten.

01:32:30: das stimmt doch wenn wir im Inneren des Reiches Ruhe haben wollen.

01:32:36: So musste die Judenfrage einer klaren Lösung zugeführt werden.

01:32:41: Es ist heute, also im Oktober, als sicher anzunehmen dass diese klare Lösung mit dazu beiträgt die Widerstandskraft des deutschen Volkes zu

01:32:53: stärken.".

01:32:56: Das ist Thomas Mann sozusagen Nummer zwei von der anderen Seite und da habe ich auch in diese Richtung gehende eine große Reihe von Dokumenten zusammengebracht.

01:33:05: Also viel Spaß beim Lesen und vielen Dank fürs Zuhören!

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